Okunoin-Friedhof

Der heilige Wald, in dem die Zeit in Japan stehengeblieben zu sein scheint.

Okunoin liegt versteckt in den Bergen von Koyasan und ist einer der mystischsten und beeindruckendsten Orte Japans. Ein riesiger Wald aus uralten Zedern, in dem Tausende von mit Moos bedeckten Steinlaternen den Weg zwischen Tempeln, Samurai-Gräbern und in Nebel gehüllten Wegen weisen.

Mit mehr als 200.000 im Wald verteilten Gräbern ist Okunoin der heiligste Friedhof des Landes und die Ruhestätte von Kobo Daishi, dem buddhistischen Mönch, der vor mehr als 1.200 Jahren den Shingon-Buddhismus begründete. Der japanischen Tradition zufolge ist Kobo Daishi nicht wirklich gestorben, sondern verbleibt in ewiger Meditation und wartet auf das spirituelle Erwachen der Menschheit.

Unter den Pfaden finden sich auch alte Samurai und historische Persönlichkeiten, die mit einigen der mächtigsten Clans Japans in Verbindung stehen, wie zum Beispiel dem Tokugawa-Clan, der Dynastie, die das Land mehr als 250 Jahre lang regierte und den Beginn der stabilsten Samurai-Ära in der japanischen Geschichte markierte. Viele der Gräber sind mit Familiensymbolen, buddhistischen Statuen und kleinen Opfergaben geschmückt, die Besucher noch heute hinterlassen.

Eines der überraschendsten Elemente des Ortes ist die Koexistenz von Tradition und Moderne selbst an einem so heiligen Ort. Japanische Unternehmen wie Panasonic, Nissan oder UCC Coffee haben symbolische Denkmäler zwischen den Gräbern errichtet, um den Gegenständen, Werkzeugen oder Mitarbeitern, die Teil ihrer Geschichte waren, geistig zu danken.

In der Abenddämmerung ändert sich die Atmosphäre völlig, wenn sich der Nebel zwischen den Bäumen zu vermischen beginnt und die alten Laternen den Wald sanft erhellen. Der ganze Ort vermittelt ein schwer zu erklärendes Gefühl, als würde die Zeit in den heiligen Bergen von Koyasan viel langsamer vergehen.